Vor fünf Jahren hat die Stadtgemeinde Pregarten im Gemeinderat das Klima- und Naturschutzmanifest beschlossen. Seither werden konsequent Maßnahmen umgesetzt, um Pregarten gezielt an die Folgen des Klimawandels anzupassen und die Lebensqualität langfristig zu sichern. Ziel ist es, auf zunehmende Hitzeperioden, Starkregenereignisse und veränderte Umweltbedingungen mit durchdachten Lösungen zu reagieren.
Klima- und Naturschutzmanifest
Klimainsel Riesenederpark
Mit der Klimainsel Riesenederpark wurde ein innovatives Projekt zur Anpassung an Hitze und Starkregen umgesetzt. Eine vormals brachliegende Fläche wurde in einen klimafitten Grünraum umgestaltet. Durch gezieltes Regenwassermanagement wird Wasser gespeichert und den Pflanzen verfügbar gemacht. 165 klimaresistente Pflanzen sorgen für Beschattung, Kühlung und eine Verbesserung des Mikroklimas. Gleichzeitig wird das Kanalsystem entlastet.
Das Dachwasser des Nachbargebäudes bewässert die Klimainsel, stärkt den Grundwasserspiegel und entlastet den Ortskanal.
Wasser-Erlebnis-Park Bruckmühle
Der bereits 2017 eröffnete Wasser-Erlebnis-Park im Aisttal verbindet Naherholung mit Klimawandelanpassung. Die naturnahe Gestaltung, die Nähe zum Wasser sowie schattenspendende Bäume schaffen angenehme Aufenthaltsbereiche auch an heißen Tagen. Gleichzeitig wird das Bewusstsein für den natürlichen Wasserhaushalt und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen gestärkt.
Der Wasser-Erlebnis-Park Bruckmühle bietet naturnahe Erholung und angenehme Abkühlung an heißen Tagen. | Bild Michael Strobl
Entsiegelung und Begrünung von Siedlungsstraßen
In Siedlungsgebieten wird – wo möglich – die Asphaltbreite reduziert. Die frei werdenden Flächen werden begrünt und mit unterirdischen Retentionsräumen ausgestattet, die Regenwasser vor Ort speichern. So werden Pumpwerke und Kläranlage entlastet. Gleichzeitig kann mehr Wasser versickern, wodurch das Risiko von Überlastungen des Kanalsystems bei Starkregen sinkt. Neue Baum- und Strauchpflanzungen sorgen zusätzlich für Kühlung und verbessern das Mikroklima.
Förderung der Biodiversität
Gezielte Maßnahmen wie Insektenhotels, Nistkästen, Fledermauskästen, Bienenweiden und Baumpflanzungen stärken die Artenvielfalt in Pregarten. Vielleicht sind Ihnen die zahlreichen neuen Bäume im Ort schon aufgefal len? Unsere Mitarbeiter haben in den letzten Jahren zahlreiche Bäume und Sträucher gepflanzt und gepflegt, so dass sie gut anwachsen konnten. Eine hohe Biodiversität trägt wesentlich zur Stabilität von Ökosystemen bei und unterstützt die Anpassungsfähigkeit an klimatische Veränderungen.
Biotop Fuchsschweif als Standort für Naturvermittlung
Das Biotop Fuchsschweif ist ein idyllisch an der Feldaist gelegenes Naturjuwel. 2017 entstand mit Unterstützung vieler Beteiligter ein schlangenförmiger Steg bis ans Wasser, dessen „Schlangenkopf“ als wettergeschützte Sitzgelegenheit dient. Der Schlangenkopf wird als „Klassenzimmer im Freien“ für Naturbeobachtung genutzt und bietet Schutz bei Regen und Hitze. Das Projekt wurde vom Land Oberösterreich gefördert und gemeinsam mit der PTS Pregarten, den Naturfreunden und den Pfadfindern umgesetzt.
Baumpflanzungen und Pflege
Die Mitarbeiter des Bauhofes Pregarten sind laufend mit der Pflanzung und Pflege von Bäumen und Sträuchern im öffentlichen Gut beschäftigt.
Stadtregionale Freiraumrichtlinie
Gemeinsam mit den Gemeinden der Region Untere Feldaist wurde eine Freiraumrichtlinie erarbeitet, um Grünräume langfristig zu sichern und zu vernetzen. Diese Maßnahme trägt wesentlich dazu bei, Frischluftschneisen zu erhalten, Hitzeinseln zu reduzieren und wertvolle Erholungsräume zu schaffen. Das Projekt wurde mit einem Anerkennungspreis des Landes Oberösterreich ausgezeichnet.
Die Stadtgemeinde Pregarten wird diesen Weg weiterhin konsequent fortsetzen und neue Maßnahmen entwickeln, um den Herausforderungen des Klimawandels aktiv zu begegnen.
Die gemeinsame Freiraumrichtlinie der Region Untere Feldaist sichert und vernetzt Grünräume, reduziert Hitzeinseln und wurde dafür vom Land Oberösterreich ausgezeichnet. | Bild: Land Oberösterreich